Neulich bei der Probe unseres Sketches „Das F hängt“

Die Besetzung: Manuel, der den Computer-affinen Jungen spielt, der eine altmodische Schreibmaschine reparieren soll und Jürgen, der den älteren Herrn mimt, den Besitzer des mechanischen Ungetüms, an dem das digitale Zeitalter vorbeigegangen ist.

An einer Stelle der Probe – unvermittelt – präsentiert Jürgen vor Begeisterung sprühend seine ganz frische, soeben geborene Idee, die Ausdruck von Kreativität und Spielfreude pur ist: „Jetzt könnte doch Manuel sagen ‚Alexa, was ist das?‘“

Der Regisseur fragt, „Du meinst, nachdem Manuel sagt, ‚Entschuldigung, ich habe die Frage nicht verstanden.‘ und Du dann zu ihm sagst ‚Könnten Sie bitte das da reparieren?‘ wendet er sich hilfesuchend an Alexa?“

„Richtig! Und Alexas Antwort wäre dann ebenfalls: ‚Entschuldigung ich habe die Frage nicht verstanden‘, Jürgen strahlt.

Jetzt rattert es im Regiekopf. Die Pointe passt schon. … Aber die Umsetzung…..? Alexa muss eine Computerstimme sein, eine, die man eben nur hört, aber nie sieht. … Live gesprochen geht nicht, das zerstört die Illusion.… Dann kommt die Stimme eben vom Band. … Aber es wird keine Technik vor Ort geben, wir spielen auf der Straße, in der Altstadt. … Ein CD-Spieler täte es auch. Aber unbedingt einer mit Batteriebetrieb und Lautsprecher. …Der rote aus dem Fundus! Das könnte gehen. …Und wer bedient ihn schnell genug? Und unauffällig. … Mist, das Teil startet nicht sofort. …Wie ist eigentlich der Klang des CD-Spielers? Versteht man den gut auf der Gass in der Altstadt? Wenn die Zuschauer nur Gebrummel wahrnehmen, ist die Pointe futsch. Der Text ist da an der Stelle sehr wichtig.  … Also? … Entscheidung! … Daumen nach unten. „Jürgen, die Idee ist gut, aber ich möchte sie nicht umsetzen.“

„Na gut…., wo machen wir weiter?“, möchte Jürgen wissen.

„Am besten gleich nach Manuels letztem Satz.“

„Und wie hieß der?“, fragt Jürgen nach.

„Entschuldigung, ich habe die Frage nicht verstanden?“

„Ich möchte wissen, wie der letzte Satz von Manuel heißt, auf den ich antworte.“

„Entschuldigung, ich habe die Frage nicht verstanden?“

„Willst Du mich auf den Arm nehmen oder machst Du jetzt doch die Alexa?“ Jürgen wirkt etwas ungehalten.

Wie kommt man aus dieser Nummer wieder heraus, wenn der Satz, den er wissen will, doch genauso heißt? „Ich denke, wir fangen ganz von vorne an… Jürgen, Du kommst in den Laden. … Palim palim … und … Action …“

Mal abwarten, was in der Probe noch so passiert…

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